Dienstag, 2. September 2008

Radausflug durch die Liegnitzer Ebene

Liegnitzer Tageblatt vom 22. Mai 1937

Der starke Kraftwagenverkehr auf den Hauptdurchgangskunststraßen veranlaßt viele Radfahrer, Wege aufzusuchen, die abseits vom großen Verkehr liegen, aber dennoch durch landschaftlich schöne Gegenden mit einem guten Fernblick führen. Gern wird von vielen Radfahrern als

Ziel der Stadtforst Vorderheide

aufgesucht. Prächtige Waldweg, die das Fahren mit Rädern zulassen, führen durch den ausgedehnten Forst. Wie rein und erfrischend ist die Luft des Waldes. Eine wohltuende Ruhe empfängt uns – nur unterbrochen vom Gezwitscher der munteren Vogelwelt.

Wir fahren also die Nordstadt hinaus über die Schwarzwasserbrücke und schlagen am Ende der Glogauer Straße die Richtung nach

Pfaffendorf

ein. Von Pfaffendorf aus nimmt man Fahrtrichtung nach Panten. Bald erblickt man den Forst Rehberg und das Rehberg-Denkmal, das auf historischem Boden errichtet ist. Am 14. August 1760 führte Friedrich der Große seine Truppen durch Liegnitz und erfocht bei Panten am Tage darauf einen Sieg über die Österreicher.

Bald ist man am Bahnhof Panten angelangt und durchfährt auf guter Kunststraße, die keinerlei Steigungen aufweist,

Bienau und Pohlschildern,

langgestreckte Dörfer längs der Kunststraße, die von der Kleinbahn Liegnitz-Rawitsch berührt werden und Haltestellen besitzen. Auf der Fahrt erblickt man links die Heide; auf der anderen Seite schweift der Blick in die Ebene, die von der Katzbach durchflossen wird. Hier ist man nicht mehr allzuweit von der Mündung der Katzbach in die Oder entfernt.

Hinter dem Gutspark Pohlschildern führt der Weg links ab nach dem Buchwäldchener und dem anschließenden

Gugelwitzer Forst.

Hier in diesem Forst mache man Rast. Man findet hier einen herrlichen Mischwald. Der Frühling ist in voller Pracht eingekehrt. Schmetterlinge gaukeln umher im Forst: Fuchs, Pfauenauge und Zitronenfalter.

Der Weg führt nun über die Dörfer Gugelwitz – Mühlrädlitz – Klein-Reichen; will man den Weg abkürzen, wählt man den Weg vom Buchwäldchener Forst nach Buchwäldchen; von hier führt ein Weg, der mit dem Rade befahrbar ist, nach

Klein-Reichen.

Hier findet man das gern aufgesuchte Teichgebiet, an dem man ebenfalls rasten kann. Das Ziel, der Vorderheider Forst, ist nun bald erreicht, wenn man den Weg zur bekannten

Olga-Hütte

einschlägt. Auf der weiteren Fahrt zum Bahnhof Vorderheide kann man eine große Zahl Wochenendhäuser und kleine villenähnliche Landhäuser feststellen, die in dieser Waldsiedlung entstanden sind.

Die Rückfahrt erfolgt nun über Neurode, Kuchelberg und Rüstern. Kurz vor den Toren der Stadt hat sich das Bild von Liegnitz durch die vielen Bauten ganz gewaltig geändert. Der Radler wird von dieser Fahrt, die reich an Eindrücken ist, gewiß befriedigt sein.

Will man auf kürzerem Wege zum Liegnitzer Stadtforst Vorderheide gelangen, fährt man – wenn man nicht ausschließlich die Kunststraße Liegnitz – Lüben benützen will – über

Hummel

an den Rieselfeldern vorbei und am Brieser Forst entlang. An einem Eisenbahn-Übergang überkreuzt man den Bahnkörper und fährt linksseitig der Lübener Bahnstrecke im Walde, der zum Liegnitzer Forst gehört, auf schmalem, aber gut fahrbarem Waldwege im Schatten hoher Bäume bis zum Bahnhof Vorderheide.

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