Montag, 1. September 2008

Radausflug ins Deichsatal bei Haynau

Liegnitzer Tageblatt vom 11. September 1937

An klaren, warmen Herbsttagen ist eine Radfahrt reizvoll, aber man wird die Fahrten rechtzeitig beginnen müssen, da die Dunkelheit bereits früher einsetzt.
Nicht anstrengend, aber recht abwechslungsreich ist eine Radwanderung ins Deichsatal bei Haynau. Man verläßt Liegnitz auf der Kunststraße in Richtung Lindenbusch, Fellendorf, Steudnitz und erreicht kurz hinter Ober-Michelsdorf unsere Nachbarstadt Haynau,die an der großen Verkehrsstraße liegt, die über Bunzlau nach Görlitz nach Sachsen führt. Wer sich der Stadt Haynau auf der Kunststraße nähert, gewinnt schon in der Ferne einen guten Eindruck dieser aufwärtsstrebenden Stadt. Wohl ins 12. Jahrhundert fällt die Stadtgründung Haynaus. Als Zeuge frühester Stadtzeit stehen noch Reste der alten Stadtmauer. Das größte Bauwerk der Stadt ist die evangelische Pfarrkirche.

Da die Wanderung zum Deichsatal führen soll, durchqueren wir die Stadt. Am Mittelring erblickt man eine Spitzsäule, die Blüchers Sieg über die Franzosen im Reitergefecht bei Haynau am 26. Mai 1813 kündet. Nachdem wir durch die Burgstraße die Stadt verlassen haben, kommen wir in kürzester Zeit ins Deichsatal. Promenadeanlagen ziehen sich zu beiden Seiten der Deichsa entlang. Ferner schmiegen sich 11 Dörfer dem Laufe der Schnellen Deichsa, deren Quellgebiet im Bereich des Probsthainer Spitzberges liegt, an, die man allgemein als „Lange Gasse“ bezeichnet. Das Deichsatal hat während der ersten 7-10 Kilometer eine beträchtliche Breite und eine Kunststraße führt zwischen Petersdorf und Konradsdorf hindurch bis Steinsdorf. Die Fahrt auf dieser Straße ist überaus reizvoll.

In Steinsdorf kann man einen Abstecher zum Grüssig-Grund unternehmen. Dann verlassen wir das Deichsatal und fahren durch Nieder-, Mittel- und Ober-Steinsdorf auf der Straße, die zur Haynau-Bunzlauer Kunststraße führt. Von hier treten wir die Rückfahrt an, die zunächst durch Haynau führt, und fahren weiter durch die Dörfer, die am Laufe der Schnellen Deichsa im Mündungsgebiet liegen: Göllschau, Bärsdorf-Trach und Langenwaldau. Die Fahrt durch diese Dörfer, die fast zusammenhängend liegen, ist überaus abwechslungsreich. Aus den Gutshöfen singen die Dreschmaschinen das Lied vom neuen Brot. Aus den Vorgärten der ländlichen Besitzungen leuchtet die Farbenpracht des Herbstes: Dahlien, Astern, Sonnenrosen stehen in schönster Blüte. Bald erreicht man Rüstern und schließlich Liegnitz.

Keine Kommentare: