Dienstag, 2. September 2008

Radausflug ins Goldberger Land

Liegnitzer Tageblatt vom 29. Mai 1937

Eine Radfahrt durch das anmutige Katzbachtal über Goldberg hinaus ist reich an Eindrücken, wenn man stellenweise abseits der Kunststraße fährt und auf Umwegen dem Ziel zustrebt. Wir fahren also von Liegnitz die Siegeshöhe hinauf; zur Linken schweift der Blick über einen breiten Gürtel fruchtbarsten Ackerlandes. Die Kunststraße nach Goldberg ist zunächst ohne jede Steigung, so daß man schnell die Halbe Meile erreicht hat. Man fährt auf der Kunststraße weiter bis Wildschütz und nimmt nun Richtung hinab ins

Tal der Katzbach.

Vor uns liegt die frühlingsgrüne Landschaft, dann Dohnau mit der bekannten Elbrandtshöhe. Das langgestreckte Dorf Wildschütz wird auf einer guten Dorfstraße durchfahren. Bald ist man in Kroitsch angelangt. An der Kirche führt der Weg rechts ab zu dem bekannten

Riemberg,

das besonders in der Zeit der Baumblüte stärksten Besuch aufweist. Auch eine Fußwanderung nach Riemberg erfordert keine großen Anstrengungen, wenn man die Bahn bis Wildschütz benützt. Wir sind nun weitab vom großen Verkehr und nahe der Katzbach mit prächtiger Aussicht auf das Katzbachtal.

In Hohendorf, am Westende des Dorfes, liegt die

Schwedenschanze.

Diese Befestigungen sind nicht etwa von Schweden errichtet worden, sondern sie dienten bereits den Urbewohnern Schlesiens als Zufluchtsort vor Feinden. Im Dreißigjährigen Kriege sollen auch die Schweden diese Befestigungen als Lagerplatz benutzt haben, und daher wurden sie „Schwedenschanzen“ genannt. Von der Höhe der Hohendorfer Schanze hat man einen schönen Blick über das Katzbachtal und das gegenüberliegende Röchlitz bis zu den Höhen des Mönchs- und Hegewaldes.

Nun fahren wir nach Kosendau und erreichen an der Bahnstation wieder die Kunststraße, die uns am Bürgerberg vorbei nach den malerischen

Goldberg auf stolzer Bergeshöhe

bringt. Es lohnt sich in der Tat, zu Fuß die Straßen zu durchwandern. Goldberg ist eine der ältesten Städte Schlesiens. Sehenswert ist besonders die evangelische Pfarrkirche, das älteste Bauwerk Goldbergs. Auf dem Rundgang durch die Stadt kreuzt man auch den Trotzendorf-Platz, benannt nach dem Gründer der damaligen Lateinschule, dem Rektor Trotzdendorf. In der Schwabe-Prisemuthischen Stiftung besitzt Goldberg eine Fortsetzung der alten Lateinschule.

Wir verlassen Goldberg auf der Schönauer Kunststraße. Bevor wir wieder ins Katzbachtal hinabfahren, halten wir auf der Höhe nochmal Umschau. Ganz in der Nähe grüßen Wolfsberg, Geiersberg, Flensberg und in der Ferne der Probsthainer Spitzberg. Nach kurzer Radfahrt erreicht man das anmutig gelegene

Bad Hermsdorf,

das von prächtigem Wald umgeben ist und von der Katzbach durchflossen wird. Unser

Ziel ist Neuländel.

Von Neuländel kann man bequem einen Abstecher nach dem Geiersberge unternehmen, zu dem ein leicht ansteigender Weg führt.

Nun müssen wir aber noch die zwei mächtigen Sandsteinfelsen, die

„Rabendocken“

am Bahnhof Bad Hermsdorf besuchen. Goldberger erzählen eine alte Sage von einem verborgenen Schatz, der in der Neujahrsnacht gehoben werden kann. Mancher habe es versucht, aber keiner sei aus dem Berge, der sich nur in der Neujahrsnacht öffne, zurückgekommen ...

Reich an Eindrücken von dieser Fahrt ins Katzbachtal treten wir den Rückweg an über die Goldberger Oberau, am Bahnhof vorüber durch die Niederau und erreichen am Bürgerberg die Kunststraße nach Liegnitz, die etwa 20 Kilometer lang ist.

Auf dem Wolfsberg

Nicht weit von Goldberg entfernt liegt in 373 Meter Seehöhe der basaltische Wolfsberg, der gern von Ausflüglern besucht wird. Vom Ausgang der Stadt ist man bequem in einer halben Stunde auf der Höhe des Berges. Der Berg ist von Mischwald bewachsen, und erfreulicherweise ist die Basaltgewinnung, die bereits eine Verstümmelung des Berges darstellt, seit einigen Jahren eingestellt, und zwar aus Naturschutzgründen. Die schöne Aussicht, die man vom höchsten Punkt des Berges nach dem Bober-Katzbach- und Riesengebirge hat, lohnt eine Besteigung, zumal der Aufstieg unbeschwerlich ist. Ein prächtiger Weg führt von hier zur Bärenhöhle durchs Seiffenauer Tal nach Hermsdorf an der Katzbach.

Oder auf dem Bürgerberg

Der Bürgerberg hat einen naturparkähnlichen Charakter, denn gut gepflegte Weg inmitten eines prächtigen Baumbestandes führen bis zur Spitze des prächtigen Berges. Viele Wege führen ringsum die Bürgerberg-Anlagen. Von einigen Stellen genießt man einen umfassenden Ausblick ins Goldberger Bergland.

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